Annette Galinski
Dipl.-Ing. Architektur

Annette Galinski ist Architektur-Absolventin der Bauhaus-Universität Weimar mit großer Leidenschaft für die Gestaltung von Innenräumen. Nach mehrjähriger Erfahrung in der innenarchitektonischen Planung, u. a. von Hotels, kommuniziert sie mit ihrer Agentur Architekturtext seit 2005 Architektur- und Wohnthemen über Fach- und Sachbücher, Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge sowie Fachveranstaltungen.

Wer wünscht sie sich nicht – die eigenen vier Wände, in denen man vermeintlich tun und lassen kann, was man will? Keiner über einem, keiner darunter, alles so, wie man es immer schon haben wollte. Schon Kurt Tucholsky, deutscher Journalist und Schriftsteller, sinnierte 1927 mit einem Augenzwinkern über die vielfältigen Wünsche, die so ein Eigenheim zu erfüllen habe: „Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse, vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße, mit schöner Aussicht, ländlich-mondän, vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn – aber abends zum Kino hast du‘s nicht weit. Das Ganze schlicht und voller Bescheidenheit: neun Zimmer – nein, doch lieber zehn!“ Und so weiter, und so weiter.

Sie ahnen sicher, dass hier Prioritäten gefragt sind, um den Traum vom eigenen Haus auch realisieren zu können. Dazu gehört, sich vor der Planung eingehend damit auseinanderzusetzen, was einem in Bezug auf die eigene Lebensqualität wichtig ist, worauf man verzichten kann und wie sich diese Rahmenbedingungen womöglich im Laufe der nächsten Jahre verändern könnten. Da kommen Fragen auf wie: Welche Vorlieben habe ich bzw. haben wir? Wie gestaltet sich unser typischer Tagesablauf werktags und am Wochenende? Welche Räume sollten also großzügiger ausfallen, da sie häufig von allen Bewohnern genutzt werden und welche könnte man entsprechend auf ein Minimum reduzieren? Braucht es einen großen Garten, wenn doch alle Familienmitglieder die damit verbundene Arbeit eher scheuen und lieber eine ausgedehnte Terrasse mit eingeschränktem Grünangebot in der Freizeit genießen möchten? Legen Sie Wert auf ökologische Bauweisen und Techniken, auf eine kurze Bauzeit und überschaubare Kosten durch Eigenleistungen?

Ziel der reiflichen Überlegungen ist es, aus den vielfältigen Möglichkeiten des Hausbaus, die über Bau- und Wohnzeitschriften, einschlägige Ratgeber und Bücher sowie Online-Portale präsentiert werden, das wirklich Passende herauszufinden, ohne Moden und schnellen Trends hinterherzurennen. Eigentlich ist es wie mit der Partnerwahl – drum prüfe, wer sich ewig bindet… Häuser sind zwar heutzutage durch veränderliche Lebenskonzepte nicht mehr unbedingt für ein ganzes Leben ausgelegt, aber dennoch begleiten sie den Alltag über eine bestimmte Zeit und werden als Anker in einer von immer rasanteren Veränderungen geprägten Gesellschaft zunehmend wichtiger. Tucholsky muss zum Abschluss seiner schon oben zitierten Zeilen aus „Das Ideal“ dennoch bekennen: „Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten. Dass einer alles hat: das ist selten.“

In diesem Sinne: Lernen Sie sich kennen und seien Sie träumerisch-realistisch!

Ihre Annette Galinski