Bevor wir den nächsten Blogbeitrag starten, möchten wir unseren glücklichen Gewinner des CULT-Heizkörper Gewinnspiels vorstellen. Herzlichen Glückwunsch Martin, Sie haben gewonnen. Bei allen anderen Teilnehmern bedanken wir uns sehr für die tollen Kommentare! Sie können sich darauf verlassen, dass wir in kommenden Artikeln hier im Blog weitere Verlosungen für Sie vorsehen.

In den nächsten Wochen möchten wir Ihnen in unseren massa haus Blogbeiträgen, in einer Serie über grundlegend unterschiedliche Wohn- und Lebenssituation in anderen Ländern berichten.Wenn Sie Interesse an einer bestimmten, vielleicht auch Ihnen bereits bekannte Wohnsituation in einem andern Land haben, scheuen Sie nicht, uns Ihren Wunsch hier mitzuteilen. Gerne nehmen wir diese in einem Blogbeitrag auf. Der erste Blogbeitrag in dieser Serie, soll die nomadische Jurte, ihre Bauweise, Bedeutung und das Leben in Ihr behandeln.
Wohnen in der Jurte – wie die Mongolen leben

Im Mittelpunkt des mongolischen nomadischen Alltags steht bis heute die Jurte. Im mongolischen wird sie auch “Ger” genannt wird. Sie ist ein weißes Rundzelt, aufgebaut aus einem Scherengitter und einem Überwurf aus Filz. Jurten sind sturmfester als viele herkömmliche Wohnbauten. Je nach Festigkeit der Materialien, können sie stärkste Erdbeben, Schnee, Eis, Hitze und sogar Stürme bis 300 km/h überstehen. Das Scherengitter besteht aus dünnen Weidenholz-Schösslingen, die Dachstreben die den Dachkranz bilden, aus einfachen Stangen beispielswiese aus Haselnuss. Der Dachkranz erhebt sich genau in der Mitte der Jurte auf etwa zwei bis drei Meter hohen Säulen. In seinem Zentrum ist ein Seil befestigt an dem, im Falle eines Sturmes, etwas Schweres gehängt wird um der Jurte zusätzliche Stabilität zu verleihen.

Bedeutung der Jurte

Der Jurte kommt eine ungemein hohe Bedeutung zu. Sie repräsentiert eine Jahrhundertalte Bautechnik, die einige Vorteile bietet. Diese Bautechnik schädigt weder die Umwelt noch versursacht sie unangemessene Kosten. Den Auf- und Abbau der Jurte kann eine vier bis sechs-köpfige Familie in weniger als einer Stunde erbringen. Die Jurte selbst passt auf 2 Kamele.

Neben der besonderen Bautechnik, fördern Jurten ein gesundes und angenehmes Wohnklima. Durch ihre runde Wohnform generieren sie eine Energie, die alles zusammenhält und sich harmonisch und ergänzend in den Zusammenhang einer Dorfgemeinschaft einfügt.

Das Leben in der Jurte

Die Männer sind für das Aufstellen und Abbauen der Jurte zuständig. Zudem sind sie für alles, was außerhalb der Jurte getan werden muss verantwortlich. Zu den Aufgaben der Frauen gehört, wie in fast allen Gesellschaften, die Hausarbeit. Aber auch das Melken des Viehs gehört dazu. Die Milch verarbeiten sie zu Butter, Käse, Quark und Airag, das Nationalgetränk der Mongolen, bestehend aus vergorener Stutenmilch.

Obwohl das Nomadenzelt nur aus einem einzigen “Zimmer” besteht, herrscht darin eine bestimmte Raumeinteilung. So zeigt die Hauptseite, die Tür der Jurte immer in Richtung Süden. Mit diesem festen Punkt, können Nomaden mit Hilfe der Lichtbewegung im Raum, die Zeit bemessen. Die linke, östliche Seite in einer Jurte ist die Seite der Frauen, und des Haushaltes. Die rechte, westliche Seite ist die Seite der Männer und der Nordteil ist die Ehrenseite für das Familienoberhaupt und für besondere Gäste. Die vordere Seite, neben der Tür, ist für die Arbeit, für nicht geehrte Leute, Tiere und Gegenstände. Die Wichtigkeit eines Gastes ist bei Nomaden nach Alter bemessen und wie weit jemand gereist ist. In der Mitte der Jurte befindet sich der Herd. So ist die Mitte für den Alltag und für die ganze Familie bestimmt.
Dass die Jurte auch in den Städten noch lange nicht ausgedient hat, beweist die Tatsache, dass über 50 Prozent der über Zweimillionen Einwohner der Mongolei nach wie vor in Jurten wohnen. Noch heute ziehen einige ältere Mongolen ein Leben in der Jurte dem normalen Haus vor.

In Städten dienen Jurten außer zum richtigen Wohnen beispielsweise als Atelier, Schulungs- und Verkaufsraum, als Therapie – und Wellnesszentrum, als Katastrophen- und Notunterkunft, als Forschungszelt oder auch als Ferienwohnung. Jurten sind daher mittlerweile auch in Europa sehr bekannt. Für westliche Klimaverhältnisse sind traditionelle Jurten jedoch nur bedingt geeignet.

Wer sich also den Traum des Eigenheims erfüllen möchte, der kann sich auf unserer massa-Häusergalerie umschauen und sich inspirieren lassen.

Viele Grüße aus Simmern,

Ihr Sven Keller